ANDRÄ KUNST

Kirche als Austragungsort zeitgenössischer Kultur
  • Eine Foto-Licht Installation von Poklong Anading zur Osterzeit 2012

    Neun s/w Fotoprints in Leuchtkästen, wie Bausteine zu einem Bildobjekt zusammengebaut, sind das Altarbild für die 50 Tage der Osterzeit 2012 in der Grazer Andräkirche. Der philippinische Künstler Poklong Anading fotografierte für diese Serie, die den Titel „Anonymity“ trägt und im Zeitraum von 2008 bis 2010 entstand, an verschiedensten Orten der Welt. Im Zuge seines Aufenthaltes in Graz hat er Aufnahmen in der Griesgasse, am Jakominiplatz und im Stadtpark gemacht. Die übrigen Szenen der Serie sind außerhalb Österreichs entstanden.  Die grelle Überbelichtung im Bereich der Gesichter der in der Bildmitte positionierten Personen entsteht durch einen runden Spiegel, den die verschiedenen Akteure vor ihr Gesicht zu halten hatten. Sie wurden aufgefordert, das Sonnenlicht gegen die Kameralinse zu reflektieren. Mit dem konzeptuellen Ausblenden des Gesichtes  der agierenden Personen verschwindet auch deren Identität, sodass sich der jeweilige Betrachter selbst in der Aufnahme wiederfinden kann.  Das überraschend aufbrechende Licht inmitten der alltäglichen Lebensräume „macht“ in jedem Fall etwas mit den dargestellten Personen, es entstellt und transformiert sie zugleich. Durch das störende Moment der überbelichteten Stellen wird eine zweite Verstehensebene in die Szene eingeführt. Eine andere Dimension des Menschen über seine Raum und Zeit gebundene Existenz hinaus wird angedeutet. Das Licht einer anderen Wirklichkeit bricht in die kleinen und größeren Welten herein. Aufgrund dieser faszinierenden Bildstörung lässt sich die Bildserie „Anonymity“ als österliche Bildintervention im Kirchenraum einsetzen. Sie wird bis zum Pfingstfest in der Andräkirche zu sehen sein. Gottes unerwartet kraftvolles und verwandelndes Licht überrascht den Menschen stets von neuem.
    Herzlichen Dank an die Galerie Zimmermann-Kratochwill für die Kooperation zur Realisierung dieses Projektes von ANDRÄ KUNST.

    Das Altarbild von Stefan Kessler (1672) befindet sich immer noch in den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes in Wien. Es kann erst zu Pfingsten an seinen ursprünglichen Platz zurückkehren. Das Retuschieren zahlreicher Bildfehlstellen nach dem Entfernen der Übermalungen, die im Laufe der Jahrhunderte passiert sind, sowie der lange Trocknungsprozess der neuen Firnisschicht haben die zeitliche Verzögerung der Rückkehr ergeben. Wir danken für Ihr Verständnis!

     

  • Gelebte Gastfreundschaft

    Sich mit aktueller Kunst zu beschäftigen ist eine Form der Gastfreundschaft, die unserer katholischen Kirche von ihrem Ursprung her aufgetragen ist. Unter ANDRÄ KUNST läuft seit Dezember 1999 eine permanente Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Kulturschaffen im Kirchenraum von St. Andrä. Die Kirche wird dabei nicht als Ausstellungsraum behandelt, sondern als spirituell definierter Raum Gottes und der Menschen, in dem gezielte Interventionen einen wichtigen Dialog eröffnen.

    In den spezifischen Kategorien dieser Website finden Sie sowohl einen Überblick über die bisher stattgefundenen temporären Interventionen, als auch eine Darstellung der Kultobjekte und freien Kunstwerke, die permanent in der Andräkirche anzutreffen sind.

    Die Geschichte der Andräkirche vermittelt Ihnen auch einen historischen Abriss der Erbauung dieser wichtigen Grazer Kirche, sowie eine Kurzdarstellung der wiederholten gestalterischen Eingriffe in den Kirchenraum seit dem Jahr 1635 (Weihejahr der Andräkirche).

    Die gesamte Homepage von ANDRÄ KUNST ist noch in Arbeit. Wir danken für Ihr Verständnis.

    Pfarrer Hermann Glettler